Good bye, Lenin

Good bye, Lenin": SuperIllu oder Superscheiße? - Ich tippe auf letzteres. Wer diese DDR mit wachem Verstand und mit der unabdingbaren Portion Ehre im Leib erfahren und erlebt hat, wird diesen Film als Machwerk übelster Manier einstufen. Denn diese DDR war merkwürdiger Weise entgegen der heute weitverbreiteten gegenteiligen Auffassung alles andere als eine Spaßgesellschaft - dafür aber eine echte Schießgesellschaft. Und eine, in der die Menschenrechte auch in anderer Hinsicht permanent mit Füßen getreten und die Würde des Menschen vehement verletzt wurden - auch wenn das heute manch selbsternannter gelernter DDR-Bürger noch immer nicht wahrhaben will. Vielleicht, weil dieser oder jener sogar als Täter selbst aktiv und fleißig daran beteiligt war?

In der DDR wurde Volksverdummung groß geschrieben. Daran hatten auch insbesondere die Mitarbeiter -"überzeugte" DDR-Staatsbürger allemal - in den SED-hörigen Rundfunk- u. Fernsehanstalten sowie den Pressemedien erheblichen Anteil. Deren permanente Aufrufe aus Radio, Fernsehen und Tageszeitungen von Montag bis Sonntag zur sozialistischen Planerfüllung und Planübererfüllung, ihre Forderung nach noch mehr Anstrengungen der Werktätigen im sozialistischen Wettbewerb und ihre widerlichen, unentwegt wiederholten Lippenbekenntnisse zum Kadavergehorsam haben diese DDR-Helden längst unter den Teppich ihres einstigen Klassenfeindes gekehrt, bei dem sie heute richtig absahnen und sich die Sonne westlicher Lebensart auf den noch immer roten Bauch scheinen lassen. So entspannt zurückgelehnt läßt es sich süffisant über die glorreiche DDR-Zeit resümieren. Schlechtes Gewissen? - Was ist das? Hatten die noch nie.

Statt diese monströse DDR-Gesellschaft als Komödienstadel zu verharmlosen, sollte mal das wirkliche Leben, der ernste, kroteske Lebensalltag der Menschen darin dokumentarisch - zur Abschreckung für die Jüngeren gewissermaßen - in einem Film mit der gebotenen Ernsthaftigkeit veranschaulicht werden.

Die Nazi-Diktatur wird schließlich zurecht auch nicht verharmlosend dargestellt. Und nichts gleicht einander so sehr wie dieses DDR-SED-Regime und das Hitlerdeutschlands. Und ausgerechnet ein Regiseur, der die DDR nur vom Hören und Sagen kennt, leistet sich einen solchen irreführenden Film. Da muß jemand schon einen ganz besonders gearteten Humor besitzen, wenn ihm angesichts dieses Kulturmülls Freudentränen über die arbeiterroten Backen kullern.
Klaus