Talk...Talk....Talk...Chancengleich
An die Moderatorin der Talkshow Berlin Mitte.
Die Diskussionsrunde am 09.05.02. Müller, SPD, Gysi PDS, Rüttgers
CDU etc. hat meine seit langem gemachten Beobachtungen und Eindrücke
nur bestätigt: Der Politiker Sorge dreht sich nahezu
ausschließlich um Belange von Menschen in dieser Gesellschaft,
die nichts anderes im Sinne haben als Karriere zu machen um groß
rauszukommen. Chancengleichheit (hier ist wohl auch nur der
anvisierte hohe Lebensstandard gemeint) nur für die sogenannte
Bildungsschicht der Bevölkerung? Damit die selbst ernannte
Elite keinen Karriereknick oder eine unterbrochene Biographie
verkraften muß. 41% der weiblichen Akademiker haben kein Kind.
Alles scheint sich nur um Frauen und Männer zu drehen, die eine
sogenannte elitäre, sprich akademische Ausbildung mehr oder
weniger durchlitten haben.
Von der Mehrzahl der Menschen - nämlich denen, die eine ganz
unspektakuläre aber für die Lebensqualität von
uns allen um so nützlichere Ausbildung haben oder gar
keine, die aber dennoch wichtige, unumgängliche Arbeiten
verrichten, wozu sich andere zu schade sind , von denen redet
keiner. Deren Existenz und Ansprüche an ein Leben in Achtung,
Würde und Wohlstand bleibt links liegen, wird einfach ignoriert.
Die tummeln sich ja ohnehin begeistert und zufrieden im
Niedriglohnsegment und in den Knochenmühlen der
Produktionsbetriebe.
Deutschland ist doch nicht dazu da, um karrieresüchtigen Frauen und Männern
beste Rahmenbedingungen wie z.B. Abstellmöglichkeiten für
deren Kinder zu schaffen.Die Mehrzahl der Bevölkerung verdient ihr Brot immer noch mit der
Hände Arbeit. Und wenn alle einem Job nachgehen sollen oder
Karriere machen wollen, dann müssen doch auch die
erforderlichern Arbeitsplätze und Chefsekretärinnen da
sein. Und da sieht es bekanntlich nicht rosig aus. Niemand wird
übrigens gezwungen, Karriere zu machen. Es ist demnach auch
nicht unbedingt Sache der Allgemeinheit, sprich Gesellschaft, die
Voraussetzungen hierfür zu schaffen. Das ist jedem sein Problem!
Die Voraussetzungen zu schaffen, einfach nur mal Kinder zu kriegen, ganz
naturgemäß und diese in geordneten, wohlbehüteten,
geachteten Verhältnissen zum Erwachsenen von morgen
aufzupäppeln, das ist allerdings Sache der Allgemeinheit, sprich
Gesellschaft.
Dazu ist erforderlich, daß bereits ein Elternteil in der Lage ist,
ein Familieneinkommen zu erarbeiten, das die Chance eröffnet,
menschenwürdig zu leben. Das verstehe ich unter
Chancengleichheit.
Dieses endlose Gelabere von Leuten, die in Wirklichkeit nur an sich
denken, ist nur mühsam zu ertragen; hochtrabende Reden
schwingen, oft mit Vokabeln, die nur eine Minderheit versteht.
In der zum Glück zusammengebrochenen DDR wurde auch immer viel von
sozialpolitischen Maßnahmen geredet, von Gleicheit, Brüderlichkeit, aber in
Wirklichkeit wurde wenig für die Menschen getan. Im
Arbeiter-u. Bauernstaat war ausgerechnet der Arbeiter der letzte
Dreck. Der hatte in der Regel den kürzesten Urlaubsanspruch, die
geringsten Löhne, die schlechtesten Arbeitsbedingungen, das
geringste Ansehen und schließlich die geringste Rente; das traf
selbstredend auch auf die am Frauentag gefeierte Proletenfrau zu. Und wenn er, sie, ganz
viel Glück hatte, war sogar im Himmel noch ein Plätzchen
für beide frei: als Mundschenk für die Streber,
Karrieremacher und Möchtegern-Elite, die es bis nach ganz oben
geschafft haben.
Chancengleichheit- Scheet.
Klaus - 09.05.02
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