Der Blog 2


Gewissenskonflikte, die ausgeräumt gehören!

Gedanken zum Film "Blindgänger" im ZDF am 26.1.15 mit Schauspieler Wolfgang Stumpf zur Thematik der kontroversen Behandlung von Flüchtlingen aus Krisenregionen. Ein beeindruckender, tiefbewegender, ein nachdenklich machender Film, wie ich finde. Spannend und gegenwärtig. Hier geht es um Flüchtlinge, die seit Jahren in Deutschland leben, sich voll in die Gesellschaft integriert haben und trotzdem in ihr Herkunftsland abgeschoben werden sollen. Der Film macht eine absurde Konstellation zwischen geltendem Recht und Gesetz und unserer Verpflichtung zur Menschlichkeit in einer sehr deutlichen, tief bewegenden Bildsprache sichtbar. Es wird gezeigt, dass es Situationen gibt, in denen Menschen angehalten sind, nach ihrem eigenen Gewissen und Rechtsempfinden zu entscheiden und danach auch zu handeln, selbst wenn sie dadurch unzweifelhaft gegen bestehendes Recht verstoßen. Hätten die Menschen seinerzeit im Deutschland der Jahre ab 1933 nach dieser Prämisse gehandelt, uns wäre 1. Hitler in seinen ungeheuerlichen Auswüchsen erspart geblieben und 2. die damit verbundene schwerste Schuld für unser deutsches Volk. Und es wäre der mörderische Holocaust gegen Juden und Minderheiten nicht geschehen. Auschwitz hätte es nicht gegeben. Und folglich heute keinen Grund zum Gedenken der Millionen Opfer, die wir Deutsche zu verantworten haben. Und diese Schuld verjährt niemals. Die daraus entstandene Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass solche oder ähnliche Konstellationen nicht noch einmal entstehen, haben wir offensichtlich nicht wirklich erfüllt. Die im Film gezeigte Hetzjagd durch Polizei und Ausländerbehörden auf die beiden aus Tschetschenien stammenden Schwestern, von denen beide in unsere deutsche Gesellschaft voll und ganz integriert waren, generiert bei mir sofort den Vergleich der Verhaltensweisen der Menschen im Deutschland von 1933, welche die Grundlage für die unfassbaren Entgleisungen eines ganzen Volkes gewesen sind.

Der Film zeigt auf, wie schizophren, wie paradox es ist, wenn moralisch akzeptable Verhaltensweisen des Menschen im Sinne des geltenden Rechts strafbar, also kriminell sein sollen, während moralisch ganz klar inakzeptable Verhaltensmuster gesetzeskonform sind. Im Film werden die verschiedenen Verhaltensmuster aufgezeigt, die umgesetzt werden können, wenn es darum geht, Menschen beizustehen, ihnen zu helfen, wenn sie sich zwar im Sinne des geltenden Rechts sich illegal in Deutschland aufhalten, es aber keinen anderen Grund, keine zu rechtfertigende Veranlassung gibt, an ihrer Ausweisung, ihrer Abschiebung mitzuwirken und sich damit moralisch wie menschlich schuldig zu machen.

Der gesetzlich provozierte Gewissenskonflikt

Gesetzestreue oder menschliches, moralisch integeres Verhalten ... eine Entscheidung mit allen damit verbundenen Konsequenzen. Ein Gesetz, das Menschen durch positives, akzeptables Verhalten in einen Gewissenkonflikt treibt, ist ein unmenschliches Gesetz.

Unsere Fähigkeit, nationale Geschichte und gesellschaftliche Erfahrungen aufzuarbeiten und in eigene Verhaltensweisen umzusetzen. Offensichtlich haben die Erfahrungen aus der NS-Zeit in Deutschland, respektive den von einem ganzen Volk begangenen und zu verantwortenden ungeheuerlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Namen von staatlichen Gesetzen nicht dazu geführt, in unserem Rechtsstaat in der Gesetzgebung alles zu vermeiden, was Menschen in Rechts- und Gewissenskonflikte bringt, wenn sie menschlich vertretbare, moralisch hochwerte Entscheidungen treffen und danach handeln, auch wenn diese Entscheidungen und Handlungen gegen geltendes Recht verstoßen.

Wenn Menschen, sich unmenschlich und unmoralisch verhalten, dabei jedoch gesetzeskonform sind, andere hingegen kriminalisiert werden, weil sie sich menschlich und moralisch akzeptabel verhalten, dann stimmt etwas an der Gesetzgebung nicht. Ganz einfach! Dann müssen Gesetze, die diesen Widerspruch provozieren, abgeschafft oder umgestaltet werden; und zwar umgehend.

Infos:

Klaus-D. R., am 27.01.15

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Die Rolle der Lehrer und Erzieher in einem menschenverachtenden System - bisher keine politisch-moralische Aufarbeitung in Deutschland ... stattdessen ... <<< lesen

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Gedenken an den Holocaust in Deutschland - eine Reflexion

MDR LexiTV-Mitarbeiter, es ist richtig, es ist gut, es ist wichtig und unerlässlich, dass Ihr Sender mit "Lexi-TV" auch an die Gräueltaten der deutschen Bevölkerung in den Jahren von 1933 bis 1945 gegen die jüdische Bevölkerung und andere im zutiefst menschenverachtenden Regime verfolgten Menschen erinnert. Insbesondere die nachfolgenden Generationen müssen mit den unsäglichen Taten ihrer Vorfahren konfrontiert werden. Unerlässlich und für eine nachhaltige Wirkung wichtig halte ich es, dass gerade junge Menschen mit direkten Fragen an sie selbst herausgefordert werden, nämlich, ob sie sich selber dazu "befähigt" halten würden, sich unter den damals gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen so zu verhalten, wie ihre Vorfahren. Und wie sie sich verhalten würden, wären sie Bürger einer menschenverachtenden Diktatur.

Mit solch provozierenden Fragestellungen würden die Befragten aus einer gewissen anonymen, unbeteiligten Situation herausgerissen werden. Sie müssten selber überraschend Farbe bekennen. Und vielleicht würde dadurch ein intensiveres Nachdenken über die Begleiterscheinungen und Folgen eigenen Denken und Handelns einsetzen. Es würde vielleicht das Bewusstsein auf die Gefahr lenken, selber in derartige Verbrechen verstrickt zu werden, wenn man charakterlich nur schwach genug ist. Und zwar getrieben von Fanatismus, Eitelkeit, Karrieredrang und Elite-Denken, getrieben auch von Dummheit, fehlender moralischer Kompetenz und Verantwortungslosigkeit. Und falsch verstandenem Ruhm. Die jungen Menschen müssen gefragt werden, ob sie sich vor jeden dreckigen Karren würden spannen lassen - oder sich verweigern würden. Letzteres wäre ein klares Bekenntnis zur Menschlichkeit.

Klaus R. am 27.01.12

Mein Wort zur "Grünen Woche" in Berlin <<< hier zu lesen

Zur Medienkampagne um die Person und das Amt des Deutschen Bundespräsidenten <<< hier zu lesen

Der Bonus für Unfähigkeit

Die armen Banker! Mussten sie doch tatsächlich hart an den Folgen ihrer absoluten Unfähigkeit "arbeiten" und einen großen Aufwand betreiben. An was und wobei eigentlich? "Arbeiten" sie an der nächsten Pleite?

Die Begründung des Bundesfinanzministeriums dafür, dass der millionenschwere Bonus an diese skrupellosen Versager der betreffenden Bank entgegen jedweder Vernunft gezahlt worden ist, kommt einer Verhöhnung der Bevölkerung unserer Republik gleich. Leider sind wir Wähler nicht fähig, daraus die einzig richtigen Konsequenzen zu ziehen. Die an dieser Verhöhnung beteiligten politischen Parteien müssten durch Stimmenentzug abgestraft werden. Das sind wir unserer eigenen Würde, unserer Selbstachtung doch schuldig, oder? …haben wir keine.

Klaus R., am 21.09.2010

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Die Ministerpräsidenten-Sponsoring-Affäre

Damit wäre der dubiosen Parteienfinanzierung noch eins draufgesetzt! Das i-Tüpfelchen gewissermaßen. Wie begründete der Ministerpräsident vom Freistaat Sachsen, Stanislav Tillich, CDU, dieses faule Termin-Geschäft? - "... das ist mit dem Gesetz vereinbar. (...)" Das soll wohl heißen wie, alles, was nicht verboten ist, ist erlaubt. Was für neuerlicher moralischer Verfall, gleichzeitig ein Rückfall in eine unselige, noch immer unbewältigte Vergangenheit aus der Zeit seines "Wirkens" als stellvertetender Ratsvorsitzender im einstigen Rat des Kreises Kamenz vor dem DDR-Zusammenbruch. Die damit verbundene Verwerflichkeit wird auch nicht dadurch gemildert, dass ausgerechnet der Landeschef von NRW, J. Rüttgers, CDU, sich auch für Geld zu Gesprächsrunden einladen läßt.

Die Sponsoring-Affäre. Hier löst eine Affäre die andere ab. Der Bundestag ist mehr mit der Bildung von Untersuchungsgremien befasst als mit einer akzeptablen Politikausübung im Interesse unseres Volkes. Wo kommen wir hin, wenn nur noch solvente Veranstalter Politiker, Volksvertreter in ihre, dem öffentlichen Interesse dienenden Verantstaltungen hineinbekommen?! Das wäre unverkennbar ein Schritt in eine Bananenrepublik. Und die können wir uns überhaupt nicht leisten. Damit verliert die gesamte Gesellschaft an Glaubwürdigkeit, wie seinerzeit dieses SED-Blockparteienregime, was bekanntlich auch vor allem an seinen Widersprüchen, der eigenen Verlogenheit, Unglaubwürdigkeit und Verkommenheit in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen in sich zusammengefallen ist.

Aus der Vergangenheit lernen, heißt doch, die Gegenwart und die Zukunft besser gestalten.

Klaus R., am 05.02.2010

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Sturmlauf gegen „Baum-Ab-Gesetz"

Von wegen „Sturmlauf gegen „Baum-Ab-Gesetz“! So die Schlagzeile auf der Webseite des Oberlausitzer Wochenkuriers am 13.02.2010 um die Absicht der Landesregierung des Freistaates Sachsen, die Baumordnungen der Städte und Gemeinden zu kippen. Von den Gegnern dieses Vorhabens, den Sturmläufern wird der Umwelt- und Naturschutz zum Vehikel ihres Protestes. Ein vorgeschobenes Argument für den Erhalt ihrer Möglichkeiten, den Bürger zu bevormunden und zu entmündigen und sich über diesen zu schwingen. Ihre Herrschsucht und die damit verknüpften Minderwertigkeitskomplexe sollten sie anderswo ausleben, nur nicht dort, wo sie in die Persönlichkeitsrechte, die Entscheidungsfreiheit, also in die Zuständigkeit von Bürgern eingedrungen sind oder eindringen wollen.

Das Abschaffen dieser anmaßenden Bevormundung von Grundstückseigentümern durch die auch Willkür begründende “Baumordnung” in den Gemeinden ist überfällig! Diese Ordnung kann nämlich von den zuständigen Gemeindevertretern durchaus auch als Instrument gegen andere missbraucht werden. Da müssen wir uns gar nichts vormachen. In diesem Punkt sind die Gemeindevertreter schließlich auch nur Mensch und damit gewissen Verlockungen ausgesetzt.

Wenn der Bürgermeister und ein Umweltbeauftragter der Meinung sind, sich über die ernsthaften Beweggründe des Baum-Eigentümers für das Fällen einfach so hinwegsetzen zu können, dann ist eine solche Ordnung fehl am Platze. Makaber dabei ist, die Verantwortung für das künftige Geschehen um diesen Baum allerdings bleibt ausschließlich und überhaupt beim Eigentümer. Wenn durch diesen Baum dann die vom Eigentümer befürchteten Schäden entstehen, ziehen diese beiden Herren den Schwanz ein und entziehen sich der Verantwortung. Was für eine Moral.

Die Gemeine dagegen darf heute schon mit Bäumen im öffentlichen Raum machen was sie will. Kürzen, Abholzen, egal. Wenn’s weg muss, kommt’s weg! So die Devise der Verwaltungsangestellten. Wen fragen die eigentlich vorher? Den Bürger bestimmt nicht. Mir ist bei diesem Thema eines auch noch klar geworden: In jedem der Mitverantwortlichen der Länderverwaltungen, der Städte und in den Gemeinden, in jedem der Landesbediensteten, Bürgermeister und Ratsmitglieder steckt offensichtlich ein fieser, mieser, kleiner Despot.

Also, diese zur Willkür gegen den Bürger geradezu einladende Baumordnung muss umgehend weg!

Klaus R., Febr. 2010

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Hallo Deutschland ... am 22.02.2010 im ZDF

Sind wir also auf den Zug endlich voll aufgesprungen. Immer schön opportun und trendig bleiben! Nach den Hetztiraden des Bundesaußenministers auf die Sozialstaatsbetrüger, den Hartz4-Empfängern, diesen, der Kampagne nach beinahe schon als arbeitsunwillige Geschwüre unserer demokratischen, humanen Gesellschaft zu empfindenden "Schmarotzern" wird flugs ein Stehaufmännchen im Rollstuhl ausgegraben. Und der muss doch prompt als Musterbeispiel dafür herhalten, wie SICH ein Sozialhilfeempfänger mir nichts, dir nichts zum Millionär mausern kann, trotz scheinbarer ausweglosen Lage. Von Hartz4 in die Millionärsliga. Wer sagt's denn! Das wird den feurig-heißen Außenminister natürlich freuen, beim ZDF so willige Verbündete vorzufinden. Und naheliegender Weise ist Boris Grundl vermutlich auch noch Mitglied der FDP.

Boris Grundl - das Synonym für Willenskraft, Leistungswillen, Rücksichtslosigkeit gegen andere und sich selbst (bei der Olympiade einer Gewaltsportart besonders deutlich geworden), Durchsetzungsvermögen, Stehvermögen - selbst im Rollstuhl - und was sonst noch für "Qualitäten". Für mich ist dieser Gran …äh … Grundl eher das Synonym für Dekadenz und Aggression.

Klaus, am 22.02.2010

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Anne Will am 07.02.2010 - Steuerflüchtlinge am Pranger

Gäste: Heiner Geißler, Sahra Wagenknecht, Hans-Olaf Henkel, Christian von Bechtolsheim (Vermögensberater der reichsten Unternehmer), Reinhard K. Sprenger (Managementberater).

siehe "Das Erste.ndr"

Allein schon in dieser Runde verwendete Vokabel "Steuerflucht" macht die kriminellen Täter paradoxerweise zu bedauernswerten Opfern. Hier wird ein herer Begriff bedenkenlos missbraucht und deformiert: Flucht, Flüchtige. Richtig und in Schwarze treffend wäre der Begriff "egoistische Drückeberger".

Die illustre Runde bei Anne will am 07.02.2010 war tatsächlich unterhaltsam und aufschlussreich. Da kamen in der Mehrzahl Leute zu Wort, die gar keinen Grund sehen, Steuern nicht zu hinterziehen. Leute, die selbser zu den potentiellen Hinterziehern gehören. Sogar ein Deutscher, der in der Schweiz lebt, erhält die Gelegenheit, die Bundesrepublik als solche hinsichtlich des Ankaufs der berüchtigten Steuerdaten-CD zu kriminalisieren. Die Bundesrepublik sei damit kein Rechtsstaat mehr, sondern so kriminell wie der Verkäufer jener CD, erklärt der vollmundig.

Ein O.Henkel labert gar etwas von der Abstimmung der Reichen mit den Füßen. Ja wie denn jetzt? Wenn volkswirtschaftliche Regularien des Staates den Reichen, den Vermögenden nicht mund-und passgerecht serviert werden, gehen sie dann ins Ausland, mit dem ganzen, meist ohnehin sehr fragwürdig erworbenen Geld? In der Schweiz nützt uns Deutschen dieses Geld nichts, egal wie es dort hin gekommen ist. Und wenn die Besitzer davon auch dorthin gehen, schadet es uns nicht. Im Gegenteil. Wieder einige unheilbare Betrüger und Egoisten weniger in Deutschland.
Die meisten Unternehmer klagen über zu hohe Lohn- und Nebenkosten, entblöden sich aber nicht, sich für ... zig Tausende Euro z.B. eine lausige Armbanduhr zu kaufen, die dann machtvoll unterhalb des Ellebogens prangt. Eine sauteure Uhr, die auch nur die abgelaufene Lebenszeit anzeigt, sonst nichts! Aber dem Arbeiter in der Knochenmühle einpaar Euro mehr anständigen Lohn zahlen, da fühlen sich diese ehrenwerten elendigen Gauner völlig überfordert und in den Ruin getrieben!

Falsch war es außerdem, ausgerechnet diesem Managementberater (Verführer) Reinhard K. Sprenger das letzte Wort der Sendung einzuräumen. Warum eigentlich?

Unsere Schussfolgerungen aus dem "Geflügelhof"-Skandal

Ich sag’s frei heraus: Wer Kenntnis davon hat, wie Hühner von Vertretern unserer Spezies Mensch in privaten oder landwirtschaft-industriellen „Einrichtungen“ gequält und anderweitig von uns Menschen unwürdig behandelt werden und nicht entsprechend vernunftbegabt reagiert, ist als menschliches Individuum kein Deut besser als jene Tierschinder und perversen Typen.

Solche Typen sind der allerletzte Dreck unserer Spezies. Wer vom Elend der von uns zum Konsum malträtierten „Nutztiere“ weiß und von derartigen pervers veranlagten Produzenten, ich nenne sie armseligen Kreaturen in Menschengestalt, angebotene Erzeugnisse kauft, konsumiert, stellt sich damit selbst in diese klägliche, verkorkste Reihe von absoluten Versagern. Solche Zeitgenossen beschmutzen die angebliche Krönung der Schöpfung, Mensch, verheerend und unverzeihlich.

Der aufgedeckte Skandal des Hühnermastbetriebes „Geflügelhof“ www.peta.de/web/Geflügelhof.2972.html Veranlasst mich, ab sofort keine Eier mehr zu kaufen, die irgendwas mit diesem „Geflügelhof“ zu schaffen haben! Geflügel kaufe ich als Vegetarier sowieso nicht.

Wir Konsumenten sollten jedenfalls endlich anfangen, die eigene Rolle beim Zustandekommen derartiger Skandale zu erkennen und zu hinterfragen. Wir sind keine Unschuldslämmer, bestimmt nicht. Dieser Tatsache müssen wir uns endlich stellen. Jeder einzelne Verbraucher macht sich auf seine Weise durch sein individuelles, also persönliches Kaufverhalten und seine eigenen Essgewohnheiten an den von uns Menschen malträtierten Geschöpfen absolut schuldig. Gewohnheiten lassen sich ändern, von jetzt auf gleich! Warum tun wir es nicht einfach? Weil wir schlichtweg armselige Versager sind. Alle. Was nützt es, uns als Tierfreunde zu geben, zu sehen, darzustellen, wenn wir nicht davor zurückschrecken, das Fleisch unserer Freunde zu fressen? Wir sind schizophren und verdienen nicht das Vertrauen, dass uns von tierischer Seite entgegengebracht wird. Wir sind unberechenbar. Und wir können uns nicht ändern oder tun uns schwer dabei. Kreatur „Mensch“ eben. Wo wir doch nicht einmal unseresgleichen wertschätzen und achte n können. Wie soll das dann erst gegenüber der Kreatur „Tier“ funktionieren? Wenn wir nicht bereit sind, an unserer so peinlichen wie beschämenden Unzulänglichkeit zu arbeiten, werden wir uns aus jener schizophrenen Situation nicht herauslösen können. Wir werden so kümmerlich und vollends zurückgeblieben sterben, verrecken – verdient und im wahrsten Sinne des Wortes verrecken.

Aus der eigenen Familie musste ich die platte Erklärung zur Kenntnis nehmen: „Wegen dem Tierschutz werde ich doch kein Vegetarier.“ Wenn es je einen triftigen Grund gibt, Vegetarier zu werden, dann doch wohl zuallererst wegen der Tiere, wenn wir auf die Vorzüge eines menschlichen Verstandes pochen. Das wäre in unserer Menschheitsentwicklung tatsächlich ein Schritt nach vorn und damit der viel zu langsamen Evolution ein Schnippchen geschlagen. Aber, wir sind dazu nicht befähigt. Die Grauen Zellen, auf die wir blöderweise so arrogant stolz sind, taugen nicht für diesen Schritt. Wir Menschen betreten lieber den Mond, den Mars oder sonst was, als den Boden der Vernunft. Das nennen wir dann einfältig „Fortschritt“.

Also, Mensch, ich kaufe nichts mehr, was von diesem „Geflügelhof“ kommt! Klarer Fall!

Klaus, am 11.01.2010

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Das Bambi-Spektakel und der rote Teppich – eine Lehrveranstaltung

Das alljährliche Bambi-Spektakel auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten ist mir zutiefst zuwider. Da werden Leute für etwas geehrt und ausgezeichnet, was eigentlich nur ihr Job ist, oder auch nur fragwürdiger Ausdruck ihres gefrönten Egoismus. Gelebter, verherrlichter Egoismus und unersättliche Eitelkeit kommen auch und vor allem bei dieser Bambi-Verleihung zu gesellschaftlichem Ruhm und Ehren. Was haben die Bambiisten denn tatsächlich Hervorragendes geleistet und für wen? Für mich haben sie nichts getan, womit sie mein Leben bereichert hätten oder zumindest irgendwie tangiert. Außer, dass sie sich mit diesem Spektakel per TV-Berichterstattung in mein Gesichtsfeld gedrängt haben. So schnell konnte ich mich gar nicht wegzappen, wie sie plötzlich auf dem Bildschirm für Verzerrungen sorgten. Mit den zahllosen Auszeichnungsveranstaltungen übers ganze Jahr wird der Normalbürger regelrecht und penetrant herausgefordert. Mir jedenfalls wird es längst zu viel, wenn ich sehe, wie sie sich gegenseitig über den roten Teppich schieben, eine Preiskreation nach der anderen ihre neuen, meist aufgeblasenen Besitzer findet. Es werden die unvermeidlichen blasierten Reden vor einem erwartungsvollen, maulaffenfeilhaltenden feierlich-lächerlichen kandidatenhaltigen Saalvolk gehalten, dem Neid, Missgunst, opportunistische Heuchelei mitsamt diesem unwürdigen hoffnungseitlen Sonnenschein ins Gesicht geschrieben sind.

Jeden Tag vollbringen Millionen Menschen das, wofür sich einpaar wenige immer wieder neu mit Orden behängen oder irgendwelche mehr oder weniger unansehnliche Skulpturen an sich reißen, irgendwelche Urkunden entgegennehmen oder andere Trophäen kindlich-glückselig nach Hause tragen. Es vergeht kaum eine Woche, in der es irgendeine dieser Rote-Teppich-Trampeleien nicht gibt. Und dieser beschämende, selbstverherrlichende Trend scheint zu wachsen. Schulden und Eitelkeit sind des Wachstums liebste Kinder in dieser unserer Gesellschaft.

Wann endlich wird diesem unsinnigen, nutzlosen Treiben Einhalt geboten? Und von wem? Was tun die Menschen nicht alles, um das Fernsehen mit wirklichen Leben zu erfüllen. Dank der Anspruchslosigkeit des Fernsehvolkes müssen sich die Macher jedoch nicht sonderlich anstrengen. Ein roter Teppich ist schnell ausgerollt. Eitles, selbstverliebtes, selbstgefälliges Volk gibt es reichlich. So wird selbst Banales zur gefeierten, nur schlichtes Gemüt beeindruckende Fernsehunterhaltung. Wenn dadurch die Quote steigt, spricht das für ein bedenklich niedriges Niveau. Und sie steigt.

Bei der Bambi-After-Show-Party starren sich die Anwesenden gegenseitig ins Loch im Hinterteil.

Klaus R. am 27.11.2009 | nach oben


- Wohlstand ade - geht es jetzt ans Eingemachte?

Nachtcafé im SWR am 23. Oktober

www.swr.de/nachtcafe

Dass es auch der selbsternannten Mittelschicht in dieser Gesellschaft, die sich grundlos für was Besonderes hält, über kurz oder lang so ergehen wird, wie der heute schon in dieser unserer Gesellschaft längst überheblich verteufelten und gebrandmarkten „Unterschicht“, war mir bereits vor 2004 klar. Da stand nicht einmal die Frage ob „kurz oder lang“, sondern einfach nur „kurz“!

Herr Backes, der Moderator der Sendung, hat zu dem Thema eine tatsächlich interessante Frage gestellt, nämlich “Gibt es unanständigen Reichtum?“ Leider ist keiner von den Anwesenden darauf eingegangen. Und der Moderator hat auch nicht auf einer Antwort bestanden. Hätte Herr Backes mich so gefragt, ich würde ihm klar geantwortet haben, „Ja, wenn er auf Kosten anderer geht, gibt es auch unanständigen Reichtum.“

Herr Claassen macht für die geringer werdende Geburtenrate in Deutschland finanzielle Gründe verantwortlich. Ich sage jedoch, dass es vor allem das durch gesellschaftliche Tendenzen angeheiztes, zunehmend elitäres Karrieredenken eine wichtige Rolle für diese Dekadenz spielt, eng verbunden mit zunehmendem Egoismus. Auch die abnehmende Wertschätzung der Familie als Hort vom Aufwachen der Kinder ist an dieser beschämenden, zerstörerischen Entwicklung maßgeblich beteiligt. Das sind Fakten, über die nur ungern oder gar nicht geredet werden will.

Claassen übrigens verwirrt mit wortgedrechselten Sätzen und redet am Wesentlichen vorbei. Hochintelligente Manager nennt er die Finanzjongleure. Intelligenz setzt allerdings auch ein hohes Maß an moralischer Qualifikation, moralischem Talent voraus. Und das fehlt hier gänzlich. Also nichts mit „Hochintelligenz“. Ich nenne derartige Fähigkeiten, das Geld anderer Leute zu verhökern, schlichtweg kriminelle Energie. Alles andere wäre gelogen. „Hoch intelligent“ wird hier lediglich mit „Super verkommen“ verwechselt. Wenn ich mir vor Augen führe, wie viele auch der großen Konzerne von diesen „Hoch intelligenten“ Egoisten an die Wand gefahren worden sind, wird mir angesichts des Ausmaßes dieser verheerenden Selbsteinschätzung unwohl, denn die Gesellschaft und die Sprachlosigkeit der sie bildenden Bevölkerung bietet den Rahmen für derartige Entgleisungen.

Nach Claassens Verständnisfähigkeit würde die Gesellschaft ohne Wachstum schrumpfen. Diese Auslegung, seine in Wirklichkeit profane Theorie passt wie die Faust aufs Auge unserer Gesellschaft. Was er eigentlich meinte ist kann nur heißen, ohne monetäres Wachstum würden lediglich Claassens Konten stagnieren. Die Frage der Mutter mit den 7 Kindern, wozu er, Claassen, immer noch mehr Geld als das bereits so üppig vorhandene bräuchte, beantwortete dieser Mann mit der heute gängigen Geschmeidigkeit und Dreistigkeit. Für mich ist solches Herumgerede um den heißen Brei, fast würde ich sagen, sogar schon dummdreist, hier jedoch auf höherem Niveau.

Fakt ist doch, wenn wir das dringendste gesellschaftliche Problem der Armut auflösen wollen, dann muss die dafür zuständige heilige Kuh dran glauben. Nämlich der Anspruch einer Minderheit, grundsätzlich und dazu noch erheblich mehr von allem abgreifen zu wollen und zu dürfen. Monetäres, wirtschaftliches Wachstum ist keine Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft. Entscheidend ist, einen für alle erträglichen Level zu schaffen, und den einfach nur zu halten bzw. zu stabilisieren. Das geht natürlich nicht ohne Verzicht auf exzessive Sonderansprüche und durch nichts zu rechtfertigende Sonderbehandlung einer kleinen, elitären Minderheit ab. Dass die sich vehement und mit allen Mitteln dagegen zur Wehr setzt versteht sich von selbst. Diese Leute müssen nur an ihrer moralischen Kompetenz arbeiten und hier hinzulernen wollen. Wollen sie aber nicht. Sie müssen dazu angehalten werden, und zwar von denen, die sie so elitär ausgrenzen. Tun diese aber nicht. Und so wird gesamtgesellschaftlich stets am eigent lichen Problem vorbei diskutiert.

Warum sollte eine Gesellschaft daran kaputt gehen, wenn Wachstum nicht mehr das Maß aller Dinge ist und sich ergebener Reichtum einer Gesellschaft allen zugute kommt? Dann bräuchten wir keine Armenküchen mehr, keine Almosenverteiler und - Empfänger und keine Wohltätigkeitsveranstaltungen, keine Fressorgien der selbsternannten Prominenz mehr zugunsten der Hungernden. Nichts mehr von all der darin steckenden Heuchelei und dieser grenzenlosen Verlogenheit würde unsere Tagesordnung bestimmen. Was wachsen muss und darf ist unsere Moral, unsere charakterlichen Qualitäten und unser positiver Geist. Aber niemand arbeitet derzeit daran. Im Gegenteil: Hirn ist in unserer Gesellschaft ganz offensichtlich Risiko-Material.
Statt einer Wertegemeinschaft pflegen wir eine Mehrwertgesellschaft. Und die funktioniert nur vorübergehend.

Klaus R., 24.10.09 | nach oben


Die Fälscher - Der Film!

Gedanken zum Film am 28.01.09 im ZDF:

Banknotenfälschen der Nazis im KZ - Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Betrifft: Judenvernichtung der Nazis …

Sehr geehrte Damen und Herren,

ungeheuerlich, was dieser Film zeigt. Wenn sich derartiges so zugetragen hat, dann müssen selbst wir Deutsche, die wir diese Zeit nicht erlebt haben, uns maßlos dafür schämen, was unsere Eltern, Großeltern, Verwandte etc. anderen Menschen angetan haben. Und dabei würde uns nicht einmal ein Zacken aus der Krone fallen.

Mir ist bei diesem grausigen Film wieder einmal mehr bewusst geworden, dass sich solche derart verkommenen Charaktere auch heute noch unter uns befinden, eben auch in den nachgerückten Generationen. So etwas Schreckliches, Erbärmliches wie das, was in diesem Film so drastisch gezeigt wird, darf sich niemals wieder ereignen. So etwas dürfen wir, jeder von uns, nie wieder zulassen. An so etwas Erbärmliches dürfen wir uns nicht wieder beteiligen. Solche krassen Menschentypen wie dieser absolut skrupellose KZ-Wachmann Holst sind immer noch zu Hauf unter uns. Davon bin ich überzeugt. Mir ist bei einigen Szenen vor Scham geradezu speiübel geworden.

Den Machern dieses aufrüttelnden Films, insbesondere dem Regisseur Stefan Ruzowitzky, den Darstellern, kann ich nur gratulieren! Sie haben damit genau ins Schwarze unserer Nation getroffen. Hoffentlich haben diesen Film viele Deutsche gesehen und sich mit dem Gezeigten kritisch, vor allem selbstkritisch, auseinandergesetzt. Jeder sollte sich nämlich selbst fragen, ob er vielleicht diese grausigen Gene eines “Hauptscharführers Holst” in sich spürt.

Solche aufrüttelnden Filme sollten die TV-Sender öfter und auch im Sonnabendabend-Programm zeigen!

Dieser Film zeigt übrigens auch, dass wir Deutsche, jeder einzelne von uns, noch viel damit zu tun haben, unsere Deutsche Geschichte zwischen 1933 bis 1989 endlich ehrlich, schonungslos und unerbittlich aufzuarbeiten. Das schließt selbstverständlich die Verhaltensweisen der an diesen Diktaturen als Individuen beteiligten Menschen mit ein. Das sind wir nicht zuletzt all denen gegenüber schuldig, die unter unseren charakterlosen, unmenschlichen Entgleisungen gelitten haben.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus R.

Klaus am 21.01.2009

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Zum Tag der Deutschen Einheit

3. Oktober 2007

Aufarbeitungskultur der DDR-Vergangenheit bis zur Gegenwart

Anne Will-Die Talkshow am 28.09.07. im ARD

Mein Kommentar zur verklärenden, typisierenden Aussage von Fr. Birthler (Stasiakten-Behörde in Berlin), „… nicht alle, die etwas gegen die DDR hatten, wollten weggehen. Sie wollten etwas im Staat verändern …“ Ach so … und die “DDR” behalten.

Frau Birthler muss sich als erstes Fragen lassen, ab wann sie selber eigentlich politisch gegen die „DDR“ aktiv geworden war. Vermutlich erst zu einem Zeitpunkt, wo bereits ziemlich klar gewesen war, dass der Russe die „DDR“ wie eine heiße Kartoffel fallen lassen würde. Wie bei ihr, war es doch bei den meisten der kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch dieser SED-Blockparteien-Diktatur sich profilierenden “Friedlichen Revolutionäre”. Darunter, man sollte es nicht für möglich halten, sogar bekannte Stasigrößen und noch erbärmlichere inoffizielle Mitarbeiter der “Ehrenwerten Gesellschaft”.

Was haben all diese Leute eigentlich bis dahin gemacht, wie hatten sie sich bis dahin in dieser “ehrenwerten Gesellschaft” verhalten, auf welche Weise und mit welcher Intensität hatten sie sich vor dieser Zeit, vor 1989 also gegen diesen menschenfressenden Moloch gestemmt? Haben diese Leute sich als „DDR“-Bürger empfunden? Als Staatsbürger der „DDR“? Hatten sie also die Identität der vermeintlich, von der SED und deren Erfüllungsgehilfen angestrebten neuen „Nation DDR“ angenommen? – Ja!

Als meine Frau und ich gegen die „DDR-Diktatur“ in unserem Lebensumfeld wie auch gegenüber den Behörden unmissverständlich Farbe bekannt hatten und uns als Befürworter einer anderen Gesellschaft zu erkennen gegeben hatten, war von den heldenmütigen Umweltakteuren und friedlich revolutionierenden Widerständlern weit und breit nichts zu sehen; jedenfalls nicht in Sachsen, nicht in unserer Stadt. Und wir hatten keine schutzbietende Kirche als Unterstützung im Rücken. Wir waren völlig auf uns allein gestellt im Kampf gegen die Willkür und Unberechenbarkeit dieses verbrecherischen, menschenverachtenden Molochs. Nicht einmal die Vertreter der Kirche konnten sich seinerzeit dazu durchringen, uns zumindest mit einem wenigstens verbalen Rat behilflich zu sein. Dort trafen wir nämlich genauso wie überall auf taube Ohren; und auf jenen berüchtigten Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Feige waren wir nie, aber 1989 wurden wir auch keine Helden. Das war, wenn man so will, bereits 1973.

In diesem Jahr hatte ich intensive Anstrengungen unternommen, völlig absurde, widersprüchliche Ungereimtheiten in diesem angeblichen Arbeiter- und Bauernstaat offen vor den zuständigen Behörden und Gerichten anzuprangern. Hier ging es zunächst um sozialpolitische Dinge, um menschlichere Arbeits- und Lebensbedingungen in den VE-Betrieben, es ging um Lohngerechtigkeit (von der Alibi- „Gewerkschaft“ total vernachlässigt) und andere gesellschaftliche Probleme. Meine Versuche, an gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten etwas zu verändern, wurden nicht einmal von diesen „Gewerkschaften“ unterstützt (FDGB).

Im Verlaufe der Zeit, in der ich mich mit derartigen gesellschaftlichen Dissonanzen und unerträglichen Verwerfungen beschäftigt hatte, konnte ich auch klar erkennen, dass dieses verkorkste Staatsgebilde nicht wirklich zu verbessern ist, ja nicht einmal verdiente, verbessert zu werden. Es konnte nur beseitigt werden. Doch die Menschen waren längst nicht reif für nicht einmal geringfügige, geschweige denn durchgreifende Änderungen. Aus dieser klaren Erkenntnis entwickelte sich dann folgerichtig die Absicht, die DDR zu verlassen; und zwar auf der Basis eines unerlässlichen, aber von den Behörden stets als legitimes Mittel geleugneten Antrages auf ständige Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland, trotz Zusicherungen der „DDR“ in Sachen Menschenrechtskonvention bei der UNO. Diesen schizophren gekennzeichneten „Staat“ (der in meinen Augen nichts anderes als eine kriminelle Vereinigung war) hinter uns zu lassen, dass war ich schon meiner Selbstachtung und der eigenen Menschenwürde und zuguterletzt dem gesunden (natürlichen) Menschenverstand schuldig.

Es gab also nicht nur ein sogar international geltendes Recht auf die Entscheidungsfreiheit, die DDR verlassen zu wollen, dieses Recht gab sogar das Staatsbürgerschaftsrecht dieses Systems her, nein, es gab darüber hinaus auch noch die intellektuellen Einsichten, auch wenn’s für manche hochtrabend klingt.

Heute wird von Vertretern der Bürgerrechtsbewegungen Ende der 80er Jahre der Eindruck erweckt, dass es geradezu heldenmütig war, in der DDR zu bleiben, um diese zu verändern, lebenswerter zu machen, statt sie (feige?) zu verlassen. Es war auch noch heldenhaft, die „DDR“ so lange und bis zum erbärmlichen Schuss ausgehalten zu haben. Wer’s glaubt …

Als wir schließlich im Jahr 1975 den unumgänglichen Ausreiseantrag gestellt hatten, gab es keinerlei Solidarität mit uns bei den Menschen in unserem Lebensumfeld, weit und breit nicht. Von wegen der immer wieder eigenartig stolz zitierten, hochgelobten “Zwischenmenschlichen Beziehungen” unter der „DDR“-Bevölkerung. Wie es darum wirklich bestellt war und nach der Wende ist, zeigt sich mit aller Deutlichkeit daran, wie die Menschen den auffälligen Rückgang, ja sogar das Verschwinden dieser Beziehungen beklagen. Die “Zwischenmenschlichen Beziehungen” waren nichts weiter als die Grundlage dafür, an diverse Mangelwaren in ihrem durch Mangelwirtschaft in nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens geprägten Daseins heranzukommen und sich so selbst kleinste Vorteile zu sichern. Die Notwendigkeit einer derart gelagerten „Beziehung“ besteht heute kaum noch, ergo … jetzt ist sich jeder selbst der nächste. Wehe wenn sie losgelassen! Das wahre Gesicht zeigt sich nun als Fratze. Mit dem eigenen inneren Schweine hund will auch keiner was zu tun haben. Wie ehedem. Ein gewisses Schuldgefühl auf Grund der Mitwirkung an einem menschenverachtenden, widersprüchlichen, unannehmbaren System ist in der Bevölkerung nicht vorhanden. Wie auch. Sind sie doch schließlich 1989 zu Helden mutiert.

Was Pfarrer Schorlemmer in diesem eher peinlichen Talk zur „DDR-Aufarbeitung“ beizutragen hatte, war schlichtweg fürchterlich. Dieser Mann wurde zwar von der Stasi bespitzelt, hatte aber immerhin seine beschützende Kirche als Rückhalt. Worin bestand eigentlich dessen Risiko wirklich? Ab wann hat er sich für Politisch Andersdenkende, vor allem solche, die sich offen gegen das Regime gestellt hatten, wirklich eingesetzt? Und wenn, für welches Klientel? Für uns hat sich niemand von denen interessiert, der so aussah wie Schorlemmer.

“Jemand, der gegen geltende DDR-Gesetze verstoße, musste sich über die Folgen im Klaren sein und wissen, was ihn erwarten könnte.“, so Schorlemmer. Diese Aussage ist schon ziemlicher Tobak. Und auch nicht clever; und zeigt wenig Rechtsempfinden. Zudem ist sie pietätlos. Ich hatte das Gefühl, Herr Schorlemmer wollte eine böswillige Botschaft loswerden, nämlich: Selber Schuld. Und Opferrente gibt’s für ihn auch keine. War schließlich nicht eingesperrt, der Schlauberger, dieser Schorlemmer.

Die meisten derjenigen, die sich heute über den „DDR-Knast“ so allwissend großspurig und höchst akademisch ausbreiten, diesen aber nicht am eigenen Leibe erfahren haben, hätten sich möglicherweise täglich neu in die Hose geschissen … Ich selber habe gestandene Männer Rotz und Wasser heulen sehen, in der Zelle, auf ihrer Pritsche hockend.

Klaus R. am 03.10.07

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Die Telekom - eine besondere Erfahrung

15. September 2007

Wie heiß es im Volksmund? “Herein wenn’s kein Schneider … äh Telekom-Mitarbeiter ist.

Diese Geschichte muss ich heute und hier erzählen. Schließlich kann es jeden treffen.

Die Werbung und gewisse Einsichten haben mich dazu gebracht, von einem reinen ISDN-Tarif in den Call und Surf Basic inklusive DSL umzusteigen. Damals noch mit einem Transfervolumen beim DSL bis 1GB. Das funktionierte nach anfänglichen Eingewöhnungsproblemen recht gut. Dann creierte ein Mitarbeiter der Telekom den Tarif Call und Surf Basis2, mit einer DSL-Flatrate und einer erheblich verlängerten Kündigungsfrist.

Das Missverhältnis zwischen Leistung der Telekom und dem Gebührenaufwand für den Tarif beim Kunden jedoch wurde nicht beseitigt. Für ein Drittel der Leistung beansprucht die Telekom die volle 100%ige Monatsgebühr.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Nach einigen Monaten Eingewöhnung an die Vorteile von DSL und der Erfahrung, dass diese Verbindung stabil funktionierte, gab ich den Werbungen erneut nach und wechselte in den Tarif Call und Surf Basic2. Von da an war nicht mehr alles so wie es war. Nicht nur wegen der Flatrate, das war völlig in Ordnung. Aber nach einigen Wochen kam es zur ersten Störung der DSL-Verbindung. Gleichzeitig ist auch das ISDN ausgefallen. Ich hatte gerade eine eBay-Auktion am Laufen und war dabei, diese zu beobachten, um im richtigen Moment aufstöhnen zu können: “Drei, zwei, eins, Meins!”

Doch plötzlich kam eine Fehlermeldung! Erst dachte ich, es läge am System. An meinem PC. Doch als ich auf die NTBA-Dose schaute, war kein grünes Lämpchen mehr zu sehen. Mein Blick fiel auf den DSL-Rooter. Auch dort war kein Licht zu sehen. Also Totalausfall der Verbindung. Nach einigen Minuten war plötzlich das grüne Läpchen wieder da. Ich konnte telefonieren. Der Telekom-Mitarbeiter versprach, sicher der Störung anzunehmen, das werde aber noch eine Weile dauern. Ich drängte zur Eile. Die Auktion war für mich noch nicht vertan. Nach bangen Minuten unrihigen Wartens schließlich war auch die DSL-Verbindung wieder da. Was war ich froh!

Es sollten nur einige Tage vergehen, passierte doch das gleiche wieder. Und so kam es in der Folge zu noch weiteren Störungen. Aber von all denen war eine besonders beeindruckend und nachhaltig. Von dieser Störung will ich hier berichten. Schließlich kann es jeden treffen, der einen Dienstleistungsvertrag mit der Telekom hat.

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Providererfahrungen - ohne Kunde ist der Provider nichts!

Was ich dieser Tage mit verschiedenen Providern erlebt habe, muss ich einfach hier loswerden!

Ein Paradoxum unserer Zeit: Für Dienstleister ist nicht mehr die Konkurrenz (heuchlerisch “Mitbewerber” genannt”) der Gegner, nein, der Kunde ist es!

Da wäre als erstes der für den Kunden offenbar viel zu groß gewordene Provider 1&1 AG.

Die Mitarbeiter, die Kostgänger dieser AG also, scheinen inzwischen so größenwahnsinnig geworden zu sein, dass sie der selbstmörderischen Auffassung unterliegen, sie könnten nun schon ganz ohne Kunden weiter bestehen. Diese direkte Erfahrung mußte ich jedenfalls machen.

Seit Anfang 2000 war ich dort zuverlässig zahlender Kunde, vertreten mit gleich mehreren Hosting-Verträgen. Bis zum Februar 2007 ging alles gut. Herausforderungen an den Kundendienst gab es bis dahin eigentlich kaum, nichts wesentliches jedenfalls. Demzufolge blieb mir auch die sich im Innern dieses Hostinganbieters tatsächlich breitgemachte Auffassung über die Qualität eines gepflegten Umganges mit seinen Kunden verborgen. Die trat erst mit dem Moment zutage, als ich eines Tages, eben im Februar 2007, eine Mitteilung von 1&1 per EMail erhielt, in der ich abrupt aus meinen, doch nicht etwa weltfremden, Träumen gerissen wurde, bei 1&1 als Provider einen guten Griff gemacht zu haben. Darin wurde mir kurz und bündig eröffnet, dass 1&1 die etwas kostengünstigeren Webhostingverträge mit Bannerwerbung einstellen werde und in neue Verträge umwandelt. Damit verbunden selbstverständlich satte Preisveränderungen. Z.Bsp. von 4,99 Euro auf über 7 Euro pro Monat. Wenn ich damit nicht einverstanden sei, müsse ich dagegen Widerspruch einlegen. Natürlich war ich nicht damit einverstanden! Mich hat die Bannerwerbung keinesfalls gestört.

Also legte ich per Fax Widerspruch ein, so wollten es die Mitarbeiter von 1&1. Weil ich mir aber dachte, dass bei dem Widerspruchsangebot seitens 1&1 ein wesentlicher Bestandteil fehlte, nämlich, wie die Konsequenzen im Falle eines Widerspruches ausähen, habe ich gleich per EMail, später per Telefon, nachgefragt. Zunächst kam keine Antwort. Erst nach mehreren Faxen und Mails zu dieser Anfrage kam dann doch eine Antwort. Offenbar heilfroh, wieder einen eh nur lästigen Kunden zu verlieren, teilte man mir geradezu wolllüstig mit, 1&1 müsse durch meinen Widerspruch meinen Vertrag ab sofort kündigen. Zuvor hatten sie eben schnell noch für das ganze halbe Jahr, bis August, die Gebühren für diesen Vertrag von meinem Konto abgebucht! Alles was Recht ist!

Da war ich platt! So niedergemacht und geplättet, habe ich schließlich telefonischen Kontakt gesucht und bekommen. Unzählige Namen von Mitarbeitern, die mir alle etwas anderes erzählt haben, standen im Verlaufe dieses Telefonatmarathons auf meiner Liste. Alle waren sie sich in einem einig: Dieser eine Kunde war so überflüssig wie ein Kropf. Unser Gehalt wird doch sowieso vom lieben Gott bezahlt! Das Dumme ist nur, die sind alle wie ein Stück Seife in der Badewanne. Diesem Irrtum völlig erlegen, kamen sie natürlich nicht mal ansatzweise auf die Idee, mir ein Angebot zu machen, dass mir ermöglichte, bei 1&1 zu bleiben, ohne mich über den Tisch gezogen zu fühlen.

Daraufhin ergriff ich als selbstbewußter, völlig unterschätzer Kunde die Initiative. Ich formulierte selbst das Angebot, welches mich über die Enttäuschung darüber, so schlecht behandelt worden zu sein, hinweggetröstet und mich zum einlenken bewogen hätte.

Aber wir leben ja im Zeitalter der elektronischen Kommunikation und Information. Und ausgerechnet die Zeitgenossen, die direkt mit dieser Materie tagtäglich konfrontiert werden und davon leben, haben offenkundig ein erhebliches Problem, mit dem markanten Medium unseres Zeitalters wirklich zurecht zu kommen. Sie verkrochen sich hinter einer Mauer aus betretender Schweigsamkeit. Was nützt uns also das Ausrufen einer angeblichen Wissensgesellschaft, wenn wir mit Wissen eigentlich nichts am Hut haben und doch nichts damit anzufangen wissen.

Es kamen keine positiven Signale von den Mitarbeitern der 1&1 AG. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Umzug meiner Domains in Gang zu setzen und die Verträge zu kündigen. Das tat ich dann auch sehr schnell. Wütend war ich schon zu erleben, wie leichtfertig Angestellte einer Firma mit ihren Kunden umgehen und sie einfach so beschädigt ziehen lassen. Und wenn sie nur einen ziehen lassen, schafft das dicke Luft und das ist unangenehm!

Die Kündigungsfaxe waren schnell verschickt. Zusätzlich noch die passenden EMails versandt. Als letzter, hoffnungsvoller Versuch auch noch einige nervige Telefonate, die mich aber nur ein weiteres meiner, inzwischen vor Ärger grau gewordenen Haare kosteten. Vergeblich. Gegen Dummheit ist entgegen der weitläufigen Meinung im Volke doch ein Kraut gewachsen, nämlich Bildung. Gegen Unvernunft aber gibt es noch keines. Dann ging es unaufhaltsam auf Reisen zu einem anderen Provider. Aber zu welchen? Ist der aus dem selben Holz geschnitzt? Sieht der etwa in mir als Kunde auch nur einen Gegner? Das merkt man erst, wenn man ihm auf die Pelle gerückt ist und seine Qualitäten herausgefordert werden. Längst hatte ich mir übers Internet einen rausgesucht, der zunächst in Frage kam, weil er für die ersten 6 Monate werbewirksam, sage und schreibe nur 1 Euro für den Hostingvertrag verlangte. Der warb mit einer kostengünstigen Testphase. Wird dieser Provider mit seinen Mitarbeitern den Test bestehen? Wird er mirt seinem neu en Kunden zufrieden sein?

Es war mein erster Umzug. Bevor ich also den Umzug zum neuen Hoster einleitete, sah ich mich natürlich auf den Webseiten des für mich vielleicht neuen Partners gründlich um. Was dieser an Leistungen anbot, war für meine Zwecke völlig ausreichend. Ich konnte keine gravierenden Schwachstellen ausmachen. Also hatte es den Anschein, als wäre mein Auszug aus 1&1 nicht mehr aufzuhalten. Und so kam es dann auch.

Eine Domain umziehen

…ist im Zeitalter des Internets und der Provider offensichtlich eine zeitaufwendige, äußerst problematische Angelegenheit und eine kolossale Herausforderung für Dienstleister und Geldgeber, den Kunden.

In meinem Falle lagen beim Umziehen meiner Domains Steine im Weg, die aussahen wie Kundendienstmitarbeiter der jeweiligen Provider. Sie schienen nicht gerade sonderlich motiviert zu sein, den Umzug zu unterstützen. Ein paar Mausklicks waren schon zu viel. Aber was noch unverständlicher ist, selbst die Leute jenes Providers, zu dem der Umzug stattfand, fielen keineswegs durch besonderes Engagement auf. Solch ein Umzug scheint ein einsamer Selbstläufer zu sein nach dem Motto, mal sehen, ob und wann der ankommt! Wir sind gespannt. 1blu … und der ist für mich inzwischen auch schon wieder Geschichte. Es gab Probleme mit ... Jetzt hosten die Mitarbeiter der Strato-AG meine Webseiten. Es gibt nichts zu meckeln. Nur der angebotene Webblog ist umständlich, wie ich finde. Nicht einmal das gesetzlich vorgeschriebene "Impressum" ließ sich dort unterbringen. Jedenfalls fand ich keine Möglichkeit dazu. Deshalb habe ich diese Webseite kurzerhand als Blog eingerichtet. "Blog" - ist letztendlich auch nichts weiter als ein Gästebuch oder Forum, oder eben schlicht und ergreifend eine Webpräsenz.

Klaus R. am 12. April 2007

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Wechselnde Impressionen aus Oberseifersdorf

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