Verwerfungen in unserer Gesellschaft.

PEGIDA – eine Herausforderung unseres Demokratieverständnisses

Die von den Pegida-Teilnehmern angesprochenen Probleme lassen sich nicht lösen durch platte Unterstellungen der Gegner dieser Volksbewegung wie: „Pegida sei gegen eine Zuwanderung und die Aufnahme von Flüchtlingen“, sondern, sofern guter Wille und ehrliches Bemühen bei den derzeit ziemlich unsachlich auftretenden Kritikern gegeben sind, durch ehrliche, sachliche, der Lebenswirklichkeit entsprechende Argumentation und konstruktive Diskussion.
Die Diskussion über die auf den Plakaten der Pegida-Demonstranten nachzulesenden Forderungen, Losungen, Positionierung wird von den verantwortlichen Politikern, den schon dummdreist zu nennenden Vertretern der Medien und weiteren gesellschaftlich relevanten Organisationen, oder sogar auch ehemaligen Bundeskanzlern Deutschland nicht angestrebt.
Bloße, unhaltbare, unbegründete Unterstellungen helfen uns nicht weiter. Auch nicht der von Kanzler a.D. Schröder geforderte „Aufstand der Anständigen“ gegen Pegida. Eine solche Darstellung ist schon äußerst fragwürdig und disqualifiziert den SPD-Genossen Schröder und stellt dessen politische Kompetenz und Urteilsfähigkeit in Frage. Leider muss hier in dieser weitreichenden Angelegenheit das Gleiche auch beim ehrwürdigen Altkanzler Helmut Schmidt festgestellt werden.
Zuwanderung ja, aber bitte nicht auf Kosten und der Aufgabe der Errungenschaften unserer abendländischen Werteordnung, nicht zulasten unserer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft und nicht gegen die Richtlinien unseres Grundgesetzes in Deutschland.
Die schon eher peinlichen Bemühungen seitens der Gegner der Pegida-Bewegung – einer Form der Meinungsäußerung durch Teile unseres Volkes übrigens -, die Beweggründe bei den Pegida-Teilnehmern auf den Kopf zu stellen und die Menschen dabei zu diskreditieren, erinnern mich sehr lebhaft an die verlogenen Praktiken in der damaligen „DDR“, bekanntlich einer auch deswegen jämmerlich untergegangenen Diktatur der Dummheit, Ignoranz und perfiden Unterdrückung von Recht, Gesinnung, Verstand. Mit dem, wie heute mit dem Widerstand eines Teils unserer Bevölkerung gegen die schrittweise Aufgabe unserer Demokratie und der staatlichen Ordnung umgesprungen wird, scheint es so, als würde uns unsere unselige Geschichte wieder einholen. Erst der mörderische Nationalsozialismus, dann dieser angebliche Sozialismus dieser „DDR“, und jetzt? Was für eine Gesellschaft soll die jetzige ablösen? Eine, in der Frauen wieder zum Freiwild für die Männer werden, wo Menschen ermordet werden, wenn sie sich einer bestimmten Doktrin verweigern? Wo Bildung brutal unterdrückt wird. Wo es keine Meinungsfreiheit gibt, keine Wahrung der Menschenrechte? Wo Individualismus verpönt, verunglimpft, mörderisch verfolgt wird? Ein Rückfall ins erbärmlichste Mittelalter? So eine Gesellschaft lehne ich aus leicht nachvollziehbaren Gründen ganz entschieden ab! Das versteht sich eigentlich von selbst. Schon mit einem bisschen gesunden, natürlichen Menschenverstand! Da muss niemand besonders helle sein, um die darin liegenden Gefahren zu erkennen; nur ein wenig Selbsterhaltungstrieb, der muss gegeben sein. Toleranz und Weltoffenheit dürfen nicht selbstmörderisch sein. Und die darin, in einer völlig verkorksten Auffassung von Weltoffenheit steckende Forderung nach der Bereitschaft im Volk zur Selbstaufgabe, zum Stillhalten, zum „alles über sich ergehen lassen“, ist sowas von unmoralisch und inakzeptabel, wie sonst was.

Jede Religion, die darauf aus ist, Menschen zu unterdrücken, zu entmündigen, zu unterwerfen, zu bedrohen und sie ihrer menschlichen Würde zu berauben ist für jemanden mit gesundem Menschenverstand völlig inakzeptabel.

Dr. Maaz – Deutschlandfunk Interview zu Pegida am 06.01.2015

Verehrte Deutschlandfunk-Mitarbeiter,

Herr Maaz (Autor von „Der Gefühlsstau“) sieht in der Pegida-Bewegung den Versuch, alle möglichen Probleme aufzuzeigen, mit denen sich die Politik beschäftigen soll. Die Islamisierung ist nicht wirklich das Thema, sondern nur Träger dieses Anliegens.
Die Reporterin meinte, dass doch in Sachsen die Zahl der Zuwanderung sehr niedrig sei. Umso erstaunlicher wäre, dass ausgerechnet da solche Protestbewegungen entstehen. Jetzt werden offenbar schon Psychiater bemüht, um dieses Phänomen zu beleuchten und in eine weitere, unrealistische Ecke zu stellen. Die Pegida-Teilnehmer und Sympathisanten sind demzufolge nicht Herr ihrer Sinne, ein Fall für die Psychiatrie. Bekloppt. Nicht ernst zu nehmen, aber dennoch gefährlich.
Ich gehöre zu denen, die solche Meinungsbekundungen wie bei Pegida für legitim und unverzichtbar einstufen. Das Pegida und die in diesem Rahmen demonstrierenden Menschen, mündige Bürger unseres Landes, von bestimmten Politikern und Medienvertretern geradezu verteufelt werden, ist längst sichtbar geworden. Aber das auch Reporter beim Deutschlandfunk, hier die an Maas Fragen stellende Kollegin, versuchen, in genau dieses Horn zu blasen, ist mir im Verlaufe des erwähnten Gesprächs klar geworden. Allerdings spielte Herr Maas nicht ganz mit. Was aber nicht heißen soll, dass er selbst wirklich begriffen hat, was Pegida eigentlich will. Er denkt, dass die Motivation der betreffenden Bürger zum Protestmarsch sich u.a. aus den Ängsten nach dem Ereignis des 9.Novembers 2011 in den USA nähren. Dabei übersieht Maas die gerade aktuellen Bedrohungen durch die selbsternannten Gotteskrieger, hier insbesondere vertreten durch die Mörderbanden des so genannten Islamischen Staates und deren unfassbare Ziele, nahezu gänzlich. Genau den gleichen Fehler machen all jene, die den Pegida-Teilnehmern und Sympathisanten vorwerfen, sie wollten sich nur abgrenzen, andere Menschen ausgrenzen, Zuwanderung verhindern und Flüchtlinge aus Krisengebieten nicht aufnehmen. Weit gefehlt, kann ich da nur konstatieren, wenn ich das Programm von Pegida richtig verstanden habe.
Wenn die fragende Reporterin Ihres Senders erstaunt darüber ist, dass ausgerechnet in Dresden, wo doch die Zuwanderung sehr gering sein soll, diese Bewegung entstanden ist, kann ihr nur empfohlen werden, sich die Aufschriften der Plakate und Transparente näher anzuschauen und zu lesen. Darin finden sich klare Hinweise darauf, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Und ich denke, dass gerade die aktuelle Gefahr seitens fanatischer, vor keinem noch so schrecklichen Verbrechen zurückschreckenden Islam-Krieger sind, die der Welt ja wohl laut und nachdrücklich genug den „heiligen Krieg“ erklärt haben. Und das ist die alles entscheidende Sorge der Menschen, wie auch meine.

Die von den Medienvertretern, den maßgeblichen Politikern und einigen im Ruhestand befindlichen Bundekanzler vertretene Auffassung, es handle sich bei den Pegida-Demos um Ansammlungen egoistischer, menschenfeindlicher, Hilfe für Flüchtlinge unwilliger Bürger, ist schlichtweg ignorant, wenn nicht bereits dumm. Das wäre dann Dummheit auf höherem Niveau, gewissermaßen. Aber das macht das Ergebnis ja nicht erträglicher. Das Gegenteil ist der Fall. Es werden nur Unterstellungen, Anfeindungen, Zynismus oder Ironie abgesondert, statt Lösungen und Gesprächsbereitschaft angeboten. Statt die Bereitschaft zu signalisieren, sich der nicht aus der Luft gegriffenen Sorgen und auch Ängste anzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen, schaltet man auf öffentlichen Plätzen das Licht aus. Oder der Köllner Domplatz bleibt dunkel. Ausgerechnet die Kirche. Und der wird es an den Kragen gehen, sollte der IS ungebremst auf Europa überschwappen. Deutlicher lässt sich kaum zeigen, wie die von Vernunft getriebenen Menschen im Regen stehen gelassen und verhöhnt werden. Wer sich nicht der von den Meinungsmachern, den Volksverdummern und Demagogen eine einheitliche Auffassung über unserer Lebenswirklichkeit anschließt, gilt als Außenseiter und gehört verbal verprügelt. Bis zur Kehrtwende. Bis zum Aufschluss an die gewünschte, opportune Meinung. Bis zum widerlichen, impotenten Einheitsbrei von Meinungen. Von wegen Meinungsvielfalt; Meinungsfreiheit; Demokratie. Alles schlimme Phrasen, wie seinerzeit in dem Unrechtssystem „DDR“ auch.
Leute vom Deutschlandfunk, besinnt Euch. Lasst Euch nicht vor einen Karren spannen, der alles transportiert, was unserer Demokratie und freiheitlichen Grundordnung schadet und uns alle unwägbaren Gefahren aussetzt. Wir brauchen keinen islamischen Staat in Deutschland. Beteiligt Euch nicht daran, unsere Zivilisation wieder ins erbärmliche Mittelalter zurückzubomben, durch Ignoranz, falsch verstandener Weltoffenheit und selbstmörderische Toleranz.

Wortlaut und O-Ton dieses Gespräches
Audio:

Klaus-D. R., am 06.01.2015