Jubelblähungen 2009

Verfasst am 11.09.2009 17:14:26 Uhr






Im Jahr der Jubelblähungen 2009 – 20 Jahre Mauerfall – 20 Jahre Zusammenbruch der DDR.
Die „Friedliche Revolution“ der „DDR-Bevölkerung“.

Eine Mail an

  • einen Historiker der TU Dresden des
  • Hanna-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung,
  • an Bundespräsidenten Herrn Köhler,
  • Bundestagspräsidenten Herrn Lammert,
  • an die Bundeskanzlerin Frau Merkel sowie
  • an Parteien im Bundestag.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr geehrter Herr Richter.,

wie ich auf der HP www.michaelrichter-online.de lese (wer im Internet präsent ist, muss mit Reflexionen rechnen), haben Sie sich besonders mit der „Friedlichen Revolution“ in der „DDR“ beschäftigt. Beschäftigt Sie auch die dringend notwendige Aufarbeitung der SED-Blockparteien-Diktatur „DDR“? Oder betreiben Sie diese in anerkennenswerter Weise sogar aktiv und dazu auch noch nachhaltig? – Nachhaltig wäre für mich, wenn vor allem nach den Ursachen für die Dauerhaftigkeit dieses makabren Phänomens „DDR“ geforscht würde. Wird es aber nicht. Bisher ist mir solch ein Bestreben nicht bekannt geworden.


Stattdessen wird aus dem einstigen „DDR-Volk“ ein Volk von (für mich äußerst fragwürdigen) Helden, das sich damit brüstet, solange (in der „DDR“) ausgehalten zu haben und nicht weggegangen zu sein. Was wollten diese „Friedlichen Revolutionäre“ wirklich? Die „DDR“ behalten und diese nur reformieren (wieder zu Lasten der Bevölkerung) oder endlich Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland werden, ergo die Teilung Deutschlands schleunigst beenden?

Die Bevölkerung der Bundesrepublik vor 1989 bleibt bei den (unangemessenen) Lobeshymnen auf das (diffuse) heldenhafte Volk auffallend außen vor. Dabei schaffte gerade diese, eigentlich ausschließlich diese, überhaupt erst die entscheidende materielle Grundlage für das Gelingen dieses unerwarteten Ereignisses wie die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands. Und nicht zu vergessen das ausdauernde, unerschütterliche, zielstrebige Festhalten der Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung an dem Passus unseres Grundgesetzes, in dem die Wiedervereinigung Deutschland als unverzichtbares Ziel festgeschrieben war. Hätte die alte Bundesrepublik dieses Ziel aus den Augen verloren, was wäre dann aus dieser total heruntergekommenen, genauer gesagt, geradezu verkommenen „DDR“ wohl geworden? Fakt ist, diese Konstruktion „DDR“ wäre so oder so allein mit dem Zerbrechen der Sowjetunion wie ein Kartenhaus zusammengefallen.

Also, nicht weiter die Verdienste der alten Bundesrepublik und deren Bevölkerung am Zustandekommen unseres gemeinsamen Deutschland, der Bundesrepublik, so beflissentlich wie undankbar untern Teppich kehren! Ein bisschen (mehr) Demut (in Anbetracht der jahrzehntelangen willfährigen Duldung eines verbrecherischen Systems und sogar die mehr oder weniger erhebliche Beteiligung an diesem) würde der ehemaligen „DDR-Bevölkerung“ gut zu Gesicht stehen.


Meiner persönlichen Erfahrung nach besteht nun wahrlich kein Grund, diese (und deren tatsächlich unbedingt diskussionswürdigen Lebensleistung) aufs hohe Ross zu setzen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, auf ihre westdeutschen Landsleute geradezu triumphal herabzublicken. Wir sind Helden, wir sind die Größten.
Ich kann’s schon nicht mehr lesen oder in den Medien hören und sehen. Dazu habe ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit der ostdeutschen Bevölkerung im Alltagsleben gemacht.

Also, wo bleibt die Kehrseite der Medaille „Friedliche Revolution“? Vielleicht machen Sie den (wissenschaftlichen?) Anfang mit der gebotenen Aufklärung über dieses Phänomen?

Klaus R.

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